Kristall

Ein seltsam glitzernder Kristall verirrt sich in diese Stadt. Er fällt herunter, erst schnell dann immer langsamer und majestätischer, je näher er dem Boden kommt. Mit einem hellen Ton, als wenn ein kostbares Weinglas angeschlagen würde, landet er neben einem Strauch auf dem unebenen Belag eines Bürgersteigs, anbei ein Hund, der gerade sein Geschäft verrichtet. Der Hund blickt verwirrt, doch er kann sein Geschäft jetzt nicht mehr stoppen. Zu weit schon hat sich die Wurst aus seinem zitternden Hintern gedrückt, er legt die Ohren an und hofft, dass nichts schlimmes passiert, doch der Kristall liegt nur da und glänzt und wartet. Der Hund ist fertig mit seiner Wurst, schnuppert ein wenig an dem Kristall und bekommt einen leichten elektrischen Schlag in seine feuchte Nase. Er zuckt zurück, kläfft, wartet, wendet sich ab und verschwindet hinter einer Wolke aus Benzin, die ein vorbeifahrender Roller hinter sich herzieht.

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